Alba Berlin

Alba Berlin – Der Club aus der Hauptstadt

Fast jedes Team strebt wohl danach, die Vormachtstellung eines Konkurrenten zu beenden und sich selbst in die Spitzenposition zu begeben. Alba Berlin hat das mit der Wachablösung des Serienmeisters Bayer Leverkusen geschafft. Allerdings wurde der Hauptstadtklub selbst nur wenig später aus seiner Dominanz verdrängt und lief in den letzten Jahren stets ein wenig den Titelerwartungen hinterher.

Mit Anlauf ans Ziel

Es mag eine hohe Perspektive sein, eine dominante Mannschaft aus ihrer erfolgreichen Position abzulösen. Im Berliner Stadtteil Charlottenburg hatte man zwar die Idee dazu, Bayer Leverkusen sportlich ein Bein zu stellen. Doch fehlten die finanziellen Mittel, sich mit dem Riesen vom Rhein auch wirklich anzulegen. Das änderte sich allerdings, als Alba ins Boot geholt wurde. Das Unternehmen zur Müllentsorgung gab dem Team ein neues Gesicht und ließ im Jahr 1991 einen neuen Verein aus dem kleinen Klub entstehen. Damit war Alba Berlin zwar geboren, doch noch lange nicht am Ziel. Denn trotz einiger internationaler Erfolge und vielen guten Auftritten in der eigenen Liga sollte es bis zum Frühsommer 1997 dauern, ehe die Meisterschaft tatsächlich an die Spree geholt werden konnte.

Die europäische Krone

Es kommt gelegentlich vor, dass sich eine Mannschaft zwar gegen die bärenstark besetzte europäische Konkurrenz durchsetzen kann, gegen die heimischen Teams aber kein Mittel findet. Auch Alba Berlin erlebte dieses Kuriosum. So gelang unter dem serbischen Ausnahmetrainer Pesic zwar 1993 der Gewinn des Korac-Cups und damit der damaligen europäischen Krone des Basketballs auf Vereinsebene. Zuhause aber lief man Bayer Leverkusen noch immer hinterher. Die moderne Taktik des Coaches fand in den finanziell fast unbegrenzten Mitteln Leverkusens seine Grenzen. Dafür durfte man sich jedoch darüber freuen, die erste deutsche Mannschaft zu sein, die den höchsten Titel Europas überhaupt gewinnen konnte.

Eine neue Ära

Aber Pesics System war nicht nur neu, sondern auch sehr geduldig. Und so wurde die erste Schwächephase des Konkurrenten aus Leverkusen gnadenlos ausgenutzt. Zwischen 1997 und 2003 errang Alba Berlin sieben Meisterschaften in Folge und im selben Zeitraum noch vier Pokalsiege dazu. Eine neue Ära im deutschen Basketball hatte begonnen. Allerdings wurden in jenen Jahren auch strukturelle Fehler begangen, die sich negativ auf die Zukunft auswirkten. So holte Alba anschließend auch nur noch eine Meisterschaft. Diese gelang im Jahre 2008, ein Vizetitel sprang 2011 heraus. Es wird sich zeigen müssen, wie der Verein für die künftigen Spielzeiten aufgestellt ist. Aktuell scheint es jedoch zweifelhaft, dass erneut eine Ära eingeläutet und die Konkurrenz derart dominiert werden kann wie um die Jahrtausendwende.