Hedo Turkoglu

Der türkische NBA-Star Hedo Turkoglu

Betrachtet man sich die europäischen Spieler, die den Sprung in die NBA gewagt haben, so fällt häufig eines auf: Sie fühlen sich in der Regel jenem Team verbunden, das sie gewählt hat. Eine Vielzahl an Vereinswechseln sucht man dagegen vergeblich. Nicht so allerdings bei Hidayet „Hedo“ Turkoglu, dem türkischen Superstar der Orlando Magic.

Ein Mitläufer in Amerika

Viel gelang Hedo Turkoglu eigentlich nicht, als er erstmals in der NBA auflief. Die Sacramento Kings hatten ihn zwar im Alter von 21 Jahren gedraftet und der junge Türke erregte zuvor bereits bei seinem Heimatverein Efes Pilsen auch großes Aufsehen. Doch schienen die körperlichen Voraussetzungen, die ihm zuhause noch ein wichtiges Werkzeug waren, in der nordamerikanischen Profiliga nicht recht zur Geltung zu kommen. Turkoglu lief dem Spiel eher hinterher, als dass er es beeinflussen konnte. Sicher mag das in seinem damaligen Alter nicht ungewöhnlich gewesen sein. Der Leistungsunterschied überraschte dagegen schon, denn auf europäischer Ebene zählte der Spieler zu den herausragenden Talenten und hätte sich als solches doch eigentlich auch in der NBA zurechtfinden müssen.

Vom Wasserträger zum Leistungsträger

Allerdings brachte Hedo Turkoglu eine Eigenschaft aus seiner Heimat mit, die ihn sportlich überleben ließ: Er konnte kämpfen bis zum Umfallen. Und so arbeitete er an sich selbst, bereinigte seine Schwächen und unterstrich die Stärken. Damit ebnete er seinen Weg zunächst zu den San Antonio Spurs, in deren ambitioniertem Team jedoch kein Platz für ihn war. Heimischer fühlte sich der Spieler dagegen bei den Orlando Magic, denen er zwischen 2005 und 2009 angehörte. Zusammen mit Superstar Dwight Howard erreichte er in seinem letzten Jahr zwar den Einzug in die Finals, unterlag dort allerdings den dominanten Lakers aus Los Angeles. Einen Titel konnte Turkoglu in der NBA bis heute nicht gewinnen.

Nahe an der Spitze

Doch beging Turkoglu zeitgleich auch einen Fehler: Er verließ den vermeintlich sicheren Hafen in Orlando und zog zunächst zu den Toronto Raptors und anschließend zu den Phoenix Suns. Beides innerhalb weniger Monate. Wirklich ankommen sollte er bei keinem dieser Teams. Seit 2010 ist er darum wieder in Orlando, die auf die Dienste des kampfstarken Türken nicht mehr verzichten wollten. Doch nicht nur in der NBA blieb dem Spieler ein Titel bislang verwehrt. Auch in der Nationalmannschaft lief es nicht besser. Jedoch kratzte er zweimal am begehrten Pokal. So bei den Europameisterschaften 2001 und ebenfalls bei den Weltmeisterschaften 2010 im eigenen Land, wo die Türkei dem Favoriten aus den Vereinigten Staaten erst im Finale unterlag. Die EM 2011 bietet jedoch einen neuen Anlauf für Hedo Turkoglu, einen Triumph zu erringen.